Samstag, 10. März 2012

Von Buenos Aires bis Mendoza...

... hachja! Heute waren wir auf einer kleinen Trecking-Tour unterwegs.Zwischen Wüste und Anden auf über 2.500 m Höhe mit beeindruckenden Landschaften. Und zwischendrin hab ich dann echt gedacht, das ich mit meinem Blog so hinterherhänge, ob ich die Lücken überhaupt noch füllen soll und wen es denn überhaupt interessiert. Und dann kommt man total kaputt heim und hat liest eine tolle E-Mail... naja, jetzt bin ich wieder motiviert und lege eine Wüstennachtschicht ein, während alle anderen schon brav schlummern...

Wandern zwischen den Valleys, man beachte die schneebedeckten
Bergspitzen im Hintergrund - wirklich ein Traum :)
Unser Sonnenuntergang
Doch erst mal zurück in die Vergangenheit... wie die meisten von euch wissen, bin ich nach Montevideo ins wunderschöne Buenos Aires zurückgekehrt. Dort war inzwischen auch K. eingetroffen. Etwas mulmig war mir schon, nach der ganzen Zeit wieder auf jemand aus der alten Welt zu stroßen. Die wenigen Tage mit K. waren aber wirklich lustig und unbeschwert. Dank ihr bin ich wieder zur Pafferin geworden und statt Bier gabs plötzlich Wein... naja, es gibt Schlimmeres ;)

K., Gabriell und ich beim Paffen
Mit K. habe ich mal wieder tieferen Einblick in die Wohnwelten von B.A. bekommen, da sie auf der Suche nach einer Wohnung war. An einem Nachmittag haben wir einige schickimicki Behausungen von Palermo besichtigt. War echt witzig was einen da so erwartet hat. Die Leute waren sehr freundlich, die Wohnungen wie geleckt. Der versnobbte Ruf kommt nicht zu unrecht...

Danach sind wir noch rumgelaufen, haben Leute beobachtet und das berühmt berüchtigt leckere Eis von B. A. geschlemmt (der Ruf kommt auch nicht zu unrecht...)
  
Gut aber nicht unbedingt günstig!

Übrigens ist es hier günstiger Obst und Gemüse in der
Fruteria einzukaufen statt im Supermarkt. Die Verkäufer sind
auch alle sehr sehr freundlich und geben bei größeren
Einkäufen mal ne Banane oben drauf
Die letzten Tage in B. A. gingen ruhig zuende. Es hieß Abschied nehmen... Noch mal alle Lieblingsplätze ablaufen und nicht drüber nachdenken... knappe vier Wochen sind nun rum. Chao, Buenos Aires es war schön mir dir!

Abschließend noch kurz was zur Allgemeinbildung. In Buenos Aires ging es nicht immer nur um Tango, Fleisch und Fußball. Auch Malfalda war allgegenwärtig. Wer ist denn bitte Malfalda? Das habe ich mich auch gefragt, aber in allen spanisch sprechenden Ländern ist sie wohl eine kleine Heldin...
  
K., Malfalda und ich (die hat sogar einen eigenen Park gewidmet bekommen)

Mit dem Nachtbus ging es dann auf eine 16-stündige Reise Richtung Mendoza. Die Busse hier sind wirklich superbequem, so was kennt man bei uns gar nicht. Obwohl ich eigentlich so gut wie durchgeschlafen hatte, war ich doch ziemlich müde in Mendoza angekommen. Nach einigen Orientierungs- und Kommunikationsproblemen habe ich schließlich einen Bus zum Hostel gefunden, in dem Maike schon auf mich gewartet hat. Ja, da war sie wieder! Nach zwei Wochen Wiedersehen in einer neuen Stadt, daß war echt schön. Maike war auch tolal fleissig damit beschäftigt, ihre "Schmuckproduktion" voranzutreiben. Ich hab dann auch gleich ein Fußkettchen und Ohrringe geschenkt bekommen. Die sind echt toll!

Hier ist Maike fleissig am Werkeln

Das war unser chilliger Hostelgarten, inklusive Pool(nudel)
Ja und was ist das absolute "Muss", wenn man in Mendoza ist? Die legendären Weintouren. Mendoza ist nämlich berühmt für seine Weine, deren Anbau und deshalb auch einer der reichsten Regionen  Argentiniens. Die Stadt war wirklich hübsch, sauber und nett hergerichtet. Obwohl es nicht so rießig war, fand ich die Atmosphäre dort wirklich gut.

Nachdem wir von einem "Geheimtipp" gehört haben, sind wir zur Touri-Info und haben nach Mr. Hugo gefragt. Mr. Hugo, der kam uns fast wie eine lokale Berühmtheit vor. Wo oder wen auch immer wir nach ihm gefragt haben - alle waren sofort Feuer und Flamme, haha. Zur Aufklärung: Mr. Hugo ist im Nachbarort ein Fahrradverleih für die Bodega-Abklapper-Tour.

Am nächsten Morgen sind wir also mit dem öffentlichen Bus nach Maipu getuckert und waren megagespannt auf den heimlichen Star und was uns so erwarten würde... vom Maestro Hugo wurden wir um 11.00 Uhr morgens direkt mit einem Becher Rotwein empfangen und haben noch eine Karte bekommen, auf der alle Bodegas verzeichnet waren. Es war echt nett, aber irgendwie hat man sich dann doch mehr Weinlandschaftsromantik erhofft. Naja, aber eigentlich ging es dann ja doch nur um den Trink-Fahrrad-Spaß. Und den hatten wir...

Hier waren wir bei einem Ölivenölproduzenten - ihr kennt ja  meine
Vorliebe für Olivenöl (hahaha) da hab ich gerne freiwillig getestet!
Plus habe ich wieder einiges dazu gelernt... 

Leckere Weintrauben - die waren soo gut! Und als die
frisch gepresst wurden, mhhh, der Saft ein Traum!
Nach diversen Führungen, Verkostungen etc. hatten wir einfach nur noch Lust
durch die Gegend zu Radeln
Ja und wo getrunken wird, wird auch gegessen. An meinem letzen Abend zusammen mit Maike waren wir bei einem richtig traditionellen argentinischen Asado. Auf meinem Foto sieht man leider die Fleischberge auf dem Grill nicht wirklich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier auch nur einen Vegetarier gibt. Fleisch ißt man quasi schon zum Frühstück und mir wurde gesagt, es gibt hier wohl keinen Mann, der nicht kochen kann. Wobei hierbei unter kochen wohl einfach nur die Zubereitung von Fleisch zu verstehen ist. Das läge dem Argentinier angeblich "im Blut". Wenn man sieht, mit welcher Liebe das Fleisch angefasst wird - einfach echt faszinierend. Selbst Maike als angebliche Vegetarierin hat hier regelmäßig nach Fleisch verlangt, weil sie meinte, es schmecke in Argentinien einfach sündhaft gut ;)

Der Fleischmeister war echt ein ganz Tapferer, trotz unerträglicher Hitze
hat er mit Hingebung einem jeden sein Fleisch geschnitten und serviert

Nach unserem All-you-can-eat Geschlemmere war ich krank. Ob es daran lag, weiß nur der liebe Gott. Ich will weder dem Fleisch noch sonst was die Schuld geben. Maike hatte ja das gleiche gegessen und war fit. Ich war platt und hatte Schmerzen. Und das auch noch am Tag von Maikes Abreise. Gut 3 Tage hab ich gebraucht, bis ich wieder einigermaßen fit war. Man war das doof. Hoffe das war`s nun auch für diese Reise an Krankheiten! Hatte schon kurz überlegt zum Arzt zu gehen. Die Hospitale hier sind übrigens für ALLE kostenlos. Egal woher man kommt. Bolivien, Deutschland, Japan oder Einheimische. Keiner muss was zahlen. Zwei deutsche Mädels haben sich hier gegen Gelbfieber impfen lassen und durften nicht mal was dafür löhnen. Ist echt krass, oder? Es gibt auch Privatkliniken, für Leute, die versichert sind. Dort kommt man natürlich schneller dran und hat vermutlich die bessere Versorgung. Dennoch kann hier jeder ins Hospital...

Ach wie wunderbar ist es, wenn der Schmerz nachlässt. Als ich wieder gesund war, da hab ich alles noch toller empfunden als jemals zuvor! Und dann hab ich auch noch wirklich tolle Menschen kennengelernt (davon hab ich euch ja auch schon mal kurz was geschrieben). Zwei klasse Französinnen und einen Schweden. Wir hatten soooo viel Spaß zusammen und so einen guten Draht, man kann es gar nicht beschreiben. An einem Abend waren wir dann auch Tanzen, von Rock`n`Roll über Salsa war alles dabei. Das hat mir übrigens an Argentinien immer gut gefallen, daß die Männer dort gerne Tanzen, sich nicht lange bitten lassen und Spaß daran + Rhythmusgefühl haben, hihi.

Französische Pasta und frischer Bio-Wein aus der Region 

Und während ich mit dem Bus weiter nach Chile bin, sind die zwei Mädels
kurz mal über die Anden getrampt und waren sogar SCHNELLER
als ich... wow oder???

Nach einer echt langwierigen Grenzkontrolle sind wir den Andenpass auf
chilenische Seite wieder runter
Ja und das nächste Kapitel begann. Chiele, Santigao. Davon berichte ich euch hoffentlich bald mehr. Ich sitze hier grad in meiner zweiten Wüstennacht, da wir heute Abend mal wieder ein Gewitter hatten. Strom war mal wieder weg. Irgendwie ist es ja witzig, noch vor wenigen Tagen hab ich groß getönt, daß ich mich jetzt auf das Chaos und Abenteuer freue, daß Dinge nicht grade laufen etc. Und vom Beginn unserer Ankunft in San Pedro merken wir, wie sehr wir an der Zivilisation hängen. Hier mal rationiertes Wasser zum Duschen zu erleben, oder eben das der Strom wegen Unwetter mal für Stunden weg ist... das ist einfach auch eine tolle Erfahrung. Man redet immer davon, aber wenn man es dann mal am eigenen Leib erlebt...

Diese drei Mädels hab ich heute nach einem Fotoshooting gefragt. Sie
waren ganz bereitwillig, aber unbeeindruckt vom Ergebnis...
Dieses Dorf war die letzten drei Tage unser Zuhause...

Und dieses entzückende Teenie-Lama stand heute einfach so auf der
Dorfstraße und hat brav Wasser genuckelt 
Morgen früh gehts mit dem Jeep zur Grenze und dann ab nach Bolivien. Vorfreude ist rießig. Wir machen die klassische Salar-de-Uyuni-Tour. Ein "Muß" auf dem üblichen Gringo-Trail den wir hier alle beschreiten. Etwas mulmig ist mir aber schon. Was man da alles hört. Alle haben mir von der Höhenkrankheit berichtet (wir gehen bis 5.000 m hoch), von betrunkenen Fahrern, von Kälte, schlechtem Essen und was es da halt noch so gibt. Strom und Internet gibts da nicht, also macht euch keine Sorgen wenn ihr nichts von mir hört. Und wenn ihr euch jetzt fragt, warum man das macht ---- ich werde euch die Bilder hinterher zeigen ;)

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