...in 2 Tagen verlasse ich schon wieder Montevideo und habe es noch nicht mal geschafft euch zu verraten was, wo und mit wem ich mich die letzten Wochen so vergnügt habe.
Wie schon oft erwähnt bin ich ganz verliebt in Buenos Aires. Wenn man sich mal an alles gewöhnt hat, gibts dort wirklich viel zu entdecken. Die Stadt ist riiiieeeßig und irgendwie könnte man denken, es sind viele aneinandergereihte Dörfer/Städt. Ja, ich weiß, vierschiedene Viertel hat jede Stadt, aber so vielseitig wie hier habe ich es selten erlebt. Man überquert eine große Straße und plötzlich ist man merkbar in einer neuen Welt. Sehr hübsch sind die italienischen Einflüsse. Diese sind sowohl in den Prachtbauten, der Sprache als auch kulinarisch bemerkbar. Besonders in Palermo und in Recoleta hat man das Gefühl, daheim in Europa zu sein.

An diesem Platz (Bild oben) habe ich übrigens mein erstes Diebstahl(versuchs-)abenteuer hinter mich gebracht. Ein Typ (offensichtlich von der Straße) hat mich nach Geld gefragt und noch während ich abwinke hat er mir fluchs meinen MP3-Player entrissen und ist davongehechtet. Ich pack mein Tasche, eile schreiend hinterher. Wahrscheinlich hätte ich ihn eingeholt, aber da dreht sich der Typ auch schon um gibt ihn mir zurück. Ja, so war das.

Generell finde ich es wirklich extrem, wie eng hier "reich und arm" zusammenleben. Die ganzen Obdachlosen hausen überall in der Stadt. In manchen Ecken wurde aus Pappe einfach zu ein Zuhause gezimmert, selbst in Parks oder auf manchen Plätzen leben ganze Familien. Dieses Bild ist für mich sehr ungewohnt, da die Stadt ja sehr kultiviert, westlich und teuer ist. So kam es z. B. vor dass ich mich sonntags auf einem Platz ausgeruht habe, während eine Familie auf einer Länge von ca. 10 m auf Büschen neben mir ihre Wäsche zum Trocknen ausgelegt hat (diese wurde im öffentlichen Springbrunnen gewaschen)... Wenn man das hört, denkt man wahrscheinlich was das für eine Gettho-Stadt, aber nein, das hier ist wirklich eine tolle Stadt - mit vielen Gesichtern.
Ja, was hab ich so die ganze Zeit getrieben? Erst mal hab ich die üblichen Sightseeing Sachen gemacht, wie z. B. Senora Eva Peron - auch bekannt als Evita - auf m Friedhof besucht. Das ist hier wirklich einses der Highlights (siehe Zuschauerstrom auf m Foto):
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Als ich hier auf einer Bank verweilte, durfte ich einer gefühlten million Menschen
Auskunft über das Grab von Evita geben... |
oder ich war hier in "La Boca"...
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Mitte in einem Armenviertel wurde eine Straße herausgeputzt und vermarktet (El Camito),
mich hat allerdings der Aufprall von arm und reichen Touris sehr gestört... |
Ansonsten bin ich viel rumgelaufen und habe alles zu Fuß erkundet. So geschah es, daß ich an meinem 3. Tag auch einen sehr freundlichen Inländer names Mati kennenlernte. Der war quasi grad auf m Heimweg und wir sind eher zufällig ins Gespräch gekommen. Am nächsten Tag war ich auch schon zum Picknick verabredet und so nett wie der Herr auch war, zum Schluß fand ich ihn nur noch nervig... Ein Gutes hatte das Ganze: Dank Mati habe ich Kim kennengelernt. Sie ist aus Australien und seit 1 Jahr auf Weltreise. Wir haben des öfteren bei ihr daheim zum Umtrunk getroffen (sie ist zur Zwischenmiete für 1 Monat in eine WG eingezogen).
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| Darf ich vorstellen: Kim Fu und ihr Latin Lover Lukas |
Kim hat auch einen sehr freundlich wie attraktiven Mitbewohner, der so frei war, mir einige Nachhilfestunden in Cumbia inkl. Übernachtungsgelegenheit zu geben. Hach, also die Leute hier sind wirklich alle nett und kontaktfreudig, daß muss man schon sagen!
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| Was hier sehr beliebt ist - Picknick - immer und überall! |
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Kim hat uns (Lukas und mich) bekocht,
während ihr Mitbewohner zum abentlichen Fußball guggen einlud |
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Und erleben tuen tut man hier auch immer was:
Während Lukas der Meinung war, ich könne nicht allein durch BA`s Straßen heim gehen,
endete mein Abend dank ihm eher unschön... naja, inZukunft darf ich wieder allein gehen ;) |
Und so sah übrigens die Straße aus, in der ich mich so Zuhause gefühlt habe:
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| Und die wundervolle Streetart überall! |
Leckereien hat`s hier - wow. Zum Glück hab ich erst recht spät rausgefunden, dass es in der Panderia diese tollen Sachen gibt und die zur Abwechslung auch echt günstig sind...
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| Nicht mal einen Euro kosten diese Leckerbissen! |
Ja und dann gibt`s da auch noch Maike. Von ihr hab ich euch ja schon kurz in meinem letzten Post berichtet. Angefangen hat unser gemeinsames Abenteuer, als ich sie "auf`s Land" zu so ner pseudo Eco-Yoga-Lodge begleitet habe. Wir dachten, nach all dem Lärm und der Hektik in der Stadt wär das mal ne nette Abwechslung... aber es war wirklich schrecklich. Total erleichtert und voller Vorfreude sind wir an dem Tag nach BA zurückgekehrt und wussten, dass wir die Stadt so schnell nicht mehr verlassen wollen :)
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| Maike wollte hier eigentlich 2 Wochen zum eMdietieren beleiben... |
Maike hat wirklich viele Facetten. Wir haben sehr viel zusammen gemacht und ich habe auch einige Sachen von ihr gelernt. Wie alle Frauen, die schon länger hier leben, hat auch sie ihr Latien-Lover-Story hinter sich gebracht. Manchmal lachen wir und nennen es nur noch das L³ = Latin-Lover-Life...
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Auch wenn man hier nur quasi Fleisch ist -
bei uns gibts regelmäßig Salat
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Die Leute in Buenos Aires sind wirklich alle sehr nett und kontaktfreudig. Man lernt schnell jemand kennen und bleibt nicht lange allein. Was wirklich toll ist, weil so bekommt man einen tollen Einblick ins lokale Leben. Sehr schön war auch diese Hausdach-Party in Palermo (siehe Foto). Im Hintergrund seht ihr den Gastgeber, der eifrig den Grill bedient.
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Was auf diesem Foto noch wichtig ist: Quilmes! Das ist das Bier hier schlechthin. Gibts auch nur in der 1-Liter-Größe, schmeckt aber prima. Ich glaub, dass ist mittlerweile mein Standardgetränk am Abend geworden... hicks.
Maike und ich planen manchmal heimlich, mit welchen Tätigkeiten wir hier überleben könnten. Also sprich, was wir machen/verkaufen könnten, um in Buenos Aires zu leben. Da hier viele Märkte sind und wir beide ja gern kreativ sind, hatten wir schon die tollsten Ideen. Im Moment würden wir am liebsten mal nur zum Spaß irgendwas basteln und einen Tag lang die Sachen verkaufen ;) Alternativ auch Empanadas backen oder frisch gepressten Oragensaft verticken. Ach, Ideen haben wir massig! Sehr witzig ist immer wieder, wenn die üblichen Straßenverkäufer ihren Schmuck anpreisen wollen und Maike ihre Sachen auspackt und präsentiert, dass sie die Sachen selbst herstellen kann... hahaha. Dieser findige Peruaner war ja ganz interessiert und fassungslos über seine holländische Konkurenz. Zum Schluß hat er in schillernsten Farben die Zukunft geplant, wie wir durch die Welt touren und vom Schmuckverkauf leben... hachja. Besonders in Europa wär das ja so toll und würden die Geschäfte gut laufen... ja, so hat der sich das vorgestellt... aber danke, nein danke! (@Ina, ja von so einer Gelegenheit hab ich immer geträumt, hm?!?)

Maike bei der Arbeit unter kritischer Aufsicht...
Ach und wirklich toll ist, dass ich endlich wieder Zeit für Sachen habe, für die daheim kaum Zeit bleibt: z. B. lesen. Christina, zum Beweis ein Foto (Buch war im Gepäck) und ist inzwischen auch schon beendet. Habe aktuell schon ein neues Buch eingetauscht ;)
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Sei schlau - stell dich dumm...
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Und was ich noch beichten muss: Ich war öfter mal bei Starbucks! Hachja, ich höre jetzt schon die Aufschreie, aber ich habe es nicht anders verdient. Eigentlich nutze ich es ja immer nur als Ruheort, Internetquelle und WC wenn ich unterwegs bin. Bestell´ nicht mal was (ja, ich bin voll die Starbucksschlampe!). An einem Sonntag Abend wurde ich dann eingeladen und wir sind bis Ladenschluss dort rumgelungert, wie Teenies, ach das war echt witzig. Und auch witzig war, als ich mir ein ander Mal bei einem Starbucksuch einen doppelten Espresso gönnen wollte, bekam ich den umsonst, weil die doch tatsächlich kein Wechselgeld hatten.... hahaha, welch Ironie!
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| Klimaanlage, WC und Internetanschluss - da sag ich nicht nein... |