...war es in Südamerika! Und ob es in Panama wirklich so schön ist, wie es heißt, versuche ich im Moment noch herauszufinden!
In etwas mehr als einer Woche sitze ich im Flieger gen Heimat. Vorstellen mag und kann ich mir das nicht wirklich. Naja, etwas reisemüde werde ich langsam schon. Die ständige Packerei, Fahrerei, Unterkunftssucherei, Geldumrechnerei und alle anderen Ei`s die es so gibt. Heute hab ich mich dann auch noch gut 10 Minuten mit ein paar Grenzbeamten gestritten, weil ich denen partout nicht glauben wollte, dass ich eine Einreisesteuer von 3,00 Dollars zahlen muss. Hatte ich ja in Panama-Stadt auch nicht müssen. Involviert habe ich dann alles und jeden der da so rum stand und mir alles schriftlich zeigen und quittieren lassen. Klingt ziemlich albern, ich weis. Aber irgendwie hat man dann doch manchmal das Gefühl als "Gringa" über den Tisch gezogen zu werden.
| Hier noch mal ein Bildchen vom schönen Quito, wie ich es vermisse! |
Seit gut einer Woche bin ich in Panama bzw. Costa Rica. Der Flug war recht kurz, nicht mal zwei Stunden. Abenteuerlich wurde es am Flughafen. Hatte bis dato noch keinen Reiseführer und somit auch nur wenig Anhaltspunkte, wie es weiter gehen sollte. Da die Taxis in die Stadt pauschal 25,00 Dollar kosten habe ich mich auf einer kleinen Odysee bis zum öffentlichen Bus durchgefragt. Der Metrobus hier ist supermodern (mit Klimaanlage), aber leider kann man im Bus nicht bar zahlen. Kurz mal eine Dame an der Haltestelle gefragt und schwupps hat die ihre Karte gezückt und ich durfte auf ihre Kosten mitfahren. Das ist doch ein guter erster Eindruck!
Die nächsten drei Tage habe ich erst mal in Panama-Stadt verbracht. Das die Uhren hier anders ticken, war ziemlich schnell zu spüren. Alle sind hektisch unterwegs um Geld zu machen oder auszugeben. Vom süßen Leben Südamerikas war hier erst mal nichts mehr zu spüren. Ein wahrer Kulturschock. Und mir dämmert langsam, was mich daheim erwarten wird!
Panama-Stadt gilt als eine Weltstadt und Steuerparadies. Ein Mann hat zu mir gesagt, es hätte im Zentrum wohl 120 Banken und vor allem würde hier das kolumbianische Drogengeld gewaschen. Wahrheitsgehalt liegt wahrscheinlich bei 80 %. Jedenfalls ist hier deutlich spürbar, dass Geld in der Luft liegt.
| Sonntag scheint hier Waschtag zu sein!?! |
Der Kanal ist knapp 80 km lang. Ganz schön kurz wenn man überlegt das hier beide Amerikas verbunden waren. Für die Durchquerung (aller Schleusen) braucht ein Schiff ca. 15 Stunden. Eine Passage kostet ab ca. 14.000 Dollar, kann bei großen Kreuzfahrtschiffen aber auch schon mal 400.000 Dollar kosten. Hm, bei solchen Beträgen kann man nur noch stauen, oder? Aktuell wird der Kanal sogar ausgebaut, damit noch größere Schiffe durchkommen, die Kapazität wird damit verdreifacht und die USA auch endlich ihre Kriegsschiffe durchschicken kann. Die haben auf das Land hier natürlich viel Einfluss, was schon daran zu bemerken ist, dass es hier auch den US-Dollar als Zahlungsmittel hat. Und seit dem 01.01.2000 ist der Kanal auch endlich in panamesischer Hand, davor hat - ihr dürft raten - bei allem mitgemischt. Vorbild beim Bau war wohl der Suezkanal, aber das dieses Projekt nicht so einfach würde, damit hatte damals keiner gerechnet. Hierzu noch ein kleiner Auszug aus Wikipedia, wovon ich bis jetzt ja nichts geahnt hatte: In der Bauzeit von 1881 bis 1889 starben bei dem Bau 22.000 Arbeiter (7,5 Menschenleben pro Tag) in der Sumpflandschaft an Gelbfieber und Malaria. Auf Anraten französischer Ärzte wurde 1883 beim Bau des Kanals angeordnet, zum Schutz vor Malaria die Pfosten der Betten der Arbeiter in Wassereimer zu stellen. Die Eimer wurden allerdings zu Brutstätten der Malariamücken, die Krankheit breitete sich rasend schnell aus, der Bau musste nicht zuletzt auch deshalb abgebrochen werden. Rund um die Baustelle standen Kreuze; Leichen wurden in Essigfässern nach Europa verschifft, damit nicht noch mehr Kreuze aufgestellt werden mussten.
Nach so viel Zahlen, Daten und Fakten ging es erst mal wieder auf`s (Hoch-)Land, nach Boquete. Dort hab ich direkt zwei nette deutsche Mädels kennen gelernt und wir haben zusammen die Zeit verbracht. Nach einem reichlichen Pancakefrühstück ging es mit dem Bus weiter auf`s Land und nach einem weiteren Fußmarsch durch die herrlich grüne Landschaft sind wir endlich am Ziel angekommen: Den heißen Quellen. Dort gab es, wie wir schon vorgewarnt wurden, einen "Mono loco", den verrückten Affen namens Chita.
| Das vermeintlich verrückte Äffle |
| Hilfe, bitte tu mir nix und klau´ mir nix, hahaha! |
| Und eine Minute später lag meine Kamera im Wasser... |
Warum das Vieh so verrückt sein soll, war mir nicht klar. Für einen Affen hat sich die Dame brav verhalten. Dennoch kamen wir in den Quellen nicht nur wegen der Temperatur ins Schwitzen, sondern hatten ständig Angst, Chita würde uns unsere Sachen klauen. So wurde es erst mal eine etwas unentspannte Angelegenheit, hahaha!
Auf den Rückweg mussten wir dann Trampen, weil kein Bus kam und wir im Terminstreß waren. Das dritte Auto, das ich aufgehalten habe, hat uns dann auch mitgenommen. Puh! Am Nachmittag war nämlich eine Kaffeeplantagentour geplant. Drei Stunden sollte sie dauern und nach dem ganzen schlechten Kaffee der letzten Monate war ich wirklich gespannt :)
Abgeholt hat uns der Besitzer. Rich, ein alter Herr aus San Francisco, der sich in das Anwesen angeblich auf den ersten Blick verliebt und über Nacht gekauft hat, ohne überhaupt etwas über Kaffee zu wissen. Wenn man dann mal auf dem Anwesen war, konnte man die Geschichte glauben. Es war traumhaft dort.
Der Herr hat uns also erst mal alles über Kaffee erzählt. Da kam man kurz ins Staunen. Angefangen von der Legende der Entdeckung des Kaffee`s in Äthiopien und aufgehört bei der ganzen Kaffeemafia. Nichts, was man nicht schon geahnt hätte, aber trotzdem immer wieder ernüchternd. Warum der Kaffee teurer wird, dass Vietnam der zweit größte Kaffeeanbauer ist (wusstet ihr das?). Wie wenig für den Farmer dabei raus springt, war noch ernüchternder. Da fragt man sich echt, warum die überhaupt noch Kaffee anpflanzen. Und viele tuen das eben auch nicht mehr. Er hat uns auf dem Rückweg die Grundstücke seiner Nachbarn gezeigt, die die Pflanzen rausgerissen haben und jetzt lieber Tomaten oder ähnliches züchten. Und in Venezuela ist man jetzt auch schon so weit, daß man lieber Koka als Kaffee anpflanzt, weil ertragreicher. Und wenn ich mich erinnere, macht es Sinn, denn in Bolivien habe ich gelernt unter welchen Bedingungen Koka am besten wächst und Kaffee hat ähnliche Voraussetzungen...
Mitgenommen hab ich mir jetzt eine Hand voll roter Kaffeekirschen. Die will ich daheim auf der Fensterbank einpflanzen. Schau mer mal, ob`s wat wird! Übrigens schmeckt die Kaffeekirsche, also das Rote, total süß. Hab`s im Selbstversuch gleich mal getestet ;) Abschließend gab es dann auch noch ein "Cupping", wo wir die Kaffeestärken/Röstungen direkt mal ausprobieren durften. Mhhhh lecker! Gelernt hab ich an dem Tag viel über Kaffee und ein Satz steckt mir nachhaltig im Kopf: "In den teuren Kaffee-Ketten (Starbucks und CO.) kostet ein Becher Kaffee so viel wie ein Arbeiter auf einer Plantage am Tag verdient." Übel, oder? Nach diesem Erlebnis habe ich einen ganz neuen Bezug zu Kaffee und will daheim in Zukunft auch mehr über die Herkunft und Produktion meines Kaffee`s wissen.
| Hier seht ihr die noch grünen Kaffeekirsche. Da sie nicht alle gleichzeitig reif werden müssen sie mehrmals zu verschiedenen Zeiten per Hand gepflückt werden! |
| Wir drei beim Cupping, Prost! |
Seit heute Nachmittag bin ich übrigens wieder in Panama. Und zwar auf einer hübschen kleinen Karibikinsel, auf der es sich super aushalten lässt und die allgemeine Stimmung ganz dem entspricht, was ich in Costa Rica erwartet habe. Mehr dazu demnächst, dann auch mit Fotos. Mein Fotoapparat ist nämlich seit heute wieder fit und trocken, nachdem ich ihn vor einigen Tagen ins Wasser "geworfen" habe!
Ich wünsche euch wie immer ein sonniges Wochenende. Bis bald hier auf meinem Blog oder schon bald daheim (unvorstellbar!).