Dienstag, 31. Januar 2012

Lebenszeichen aus dem neuen Alltag...

...so da wär ich wieder zurück. Der Blog ist etwas eingeschlafen, aber die letzten Tage haben viele schöne Erlebnisse und Begegnungen mit sich gebracht, da blieb zum Schreiben kaum Zeit.

Schade das ihr so weit weg seid. Am liebsten würde ich euch auf einen Kaffee in meinem Viertel einladen und das Treiben hier live zeigen. Momentan wohne ich noch in "San Telmo" und irgendwie ist es mein Zuhause geworden. Zwischenzeitlich habe ich sogar schon überlegt, die nächsten 6 Monate hier zu bleiben und die weiteren Reisepläne zu streichen...
Meine Straße, mein Viertel, mein Blog

Naja, gestern ist dann auch Alltag in mein Leben eingekehrt: Waschtag. Da ich Donnerstag nach Montevideo aufbreche und nicht den ganzen schmutzigen Kram mitnehmen will, musste ich mich dem Projekt stellen. Etwas abenteuerlich war das alles schon (glaube nicht wirklich an die Waschkompetenz der Maschine hier), aber immerhin sind die Sachen jetzt wieder einigermaßen sauber. Es ist noch immer gut warm und so ist die Wäsche über Nacht auch getrocknet.
Die 4-Bett-Suite wird durch mich vollkommen ausgelastet...
Übrigens bringen hier viele ihre Kleidung in den Waschsalon. Also, nicht so ein Selbstbedienungswaschsalon wie man das bei uns kennt. Nein, da gibt man morgens seine Sachen ab und abends gibts alles getrocknet, geschniegelt und zusammengelegt zurück. Ist nicht mal teuer... so ca. 4,00 Euro umgerechnet für eine Ladung. Eigentlich echt ne tolle Sache.So sieht das dann aus:
Hier holt Maike ihre Sachen aus der Reinigung ab, hübsch gefaltet in Tüten verpackt.

Also das war`s dann vorerst mit den Kurznews von mir. Nehme mir fest vor heute Abend etwas ausführlicher zu berichten. Hoffe euch allen geht`s gut!?

PS: Falls es euch tröstet - nach 2 Wochen strahlenden Sonnenscheins ist es hier grad trüb geworden...

Montag, 23. Januar 2012

Morgen, morgen, nur nicht heute...

...vielleicht sollte ich den Blog so umbenennen? Sorry Leute, aber hier ist momentan alles sooo toll, daß nie Zeit für die multimedialen Dinge des Lebens bleibt. Deshalb ein verlegenes Lächeln von mir (tolles Foto, oder?). Werde euch blad mehr berichten.
Denke an euch! Freue mich immer über jede Zeile aus Deutschland, also schreibt weiter so fleissig :)

Mittwoch, 18. Januar 2012

Que bonito dia...

..."welch schöner Tag" waren Ritas ersten Worte am Sonntag morgen. Rrrrrita ist meine quasi neue Mitbewohnerin. Wir teilen uns nun ein  4-Bett-Zimmer. Sie, ich und Carlos. Carlito ist Ritas Sohn (5). Alles etwas seltsam, denn über Rita war ich mir anfangs nicht im Klaren: Wer ist sie und was macht sie hier? Erst dachte ich (kein Scherz), sie wär die Putzfrau und man hat mich ins Zimmer des Personals gesteckt. Klingt absurd, ich weis. Aber sie hat da 2 Kisten mit Hygieneartikeln stehen und auch sonst einiges Untypisches. Und dann ist da Carlito, der seinen Berg an Spielsachen quer im Zimmer verteilt hat. Die Geschichte um Rita ist und bleibt mysteriös. Sie ist zwar nicht die Putzfrau, hat aber laut eigenen Angaben im Moment kein Zuhause und alles sei "sehr schwierig".
Manchmal fühl ich mich wie im Frauenhaus. Tja, da war sie wieder meine soziale Ader...
Das ist Carlito, sieht gar nicht so argentinisch aus, hm?

Interessant sind auch die Gepflogenheiten dieses Hostels: Keiner sperrt so wirklich seine Türe ab, bzw. stehen die Türen offen. Wenn mal ein Schlüssel steckt, dann steckt er aussen, nicht innen, vor allem nachts. Am ersten Tag fand ich das auch noch etwas seltsam, jetzt hab ich mich an dieses offene Leben gewöhnt und finde das offene-Türen-Prinzip sogar von Vorteil: Man kann seinen Schlüssel nicht verlieren, hat immer frische Luft und irgendwie fühl ich mich grad auch sehr sicher, weil es ja offensichtlich problemlos zu funktionieren scheint. Meine Wertsachen habe ich natürlich in einem Schließfach eingesperrt, daß sollte ich an dieser Stelle erwähnen, für alle die, die sich all dies nicht wirklich vorstellen können (wollen).

Sonntag früh, ich verkatert, aber dank Rita doch früh wach. Man bekommt automatisch ein schlechtes Gewissen, wenn man mit einer Mutter und deren Kind haust, länger als bis 8.00 Uhr zu schlafen. Sie war total gut gelaut und nachdem sie mir unter die Nase gerieben hat, dass ich wohl gestern betrunken heimgekommen wäre, ist sie mit den Worten "Domingo es es rey" auch schon davongezischt. Amen.

Mein Magen war echt beleidigt und am liebsten wär ich nur liegen geblieben. Aber da für mich noch alles neu ist und ich das Gefühl hatte, etwas verpassen zu können, hab ich mich doch aus dem Bett gequält um auf den berühmten Antikmarkt in San Telmo zu gehen. San Telmo ist übrigens das Viertel, in dem ich wohne. Ein runtergekommenes Künstlerviertel mit sehr viel Charm. Das quasi Kreuzberg von Buenos Aires. Mir gefällt es hier sehr gut, man entdeckt ständig Neues.

Der Markt war wirklich toll. Da wurde einem vom Reiseführer nicht zuviel versprochen. Das Wetter war wunderschön, die Leute gut gelaunt und zur Erinnerung an diesen schönen Tag hab ich mir ein paar Ohrringe gekauft.

Am Nachmittag wollte ich mich im Park auskatern. Also machte ich mich motiviert auf einen längeren Fußmarsch in Richtung einer im Stadtplan als "Grünfläche" und am Wasser gelegen gekennzeichneten Anlage. Aber nur weil das  im Plan so gemütlich aussieht, muss es das nicht sein. Es entpuppte sich als riesen Naturschutzgebiet und nach Stunden des Laufens in stechender Nachmittagssonne hab ich schließlich eine Bank gefunden. Es hätte mir einfach zu denken geben sollen, dass da außer mir niemand spatziert ist, sondern alle nur mit dem Mountenbike unterwegs waren...

Dieser Weg, wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer...

Am Abend bin ich zurück nach San Telmo, wo ich endlich mal den Tango bewundern durfte. Für die Leute hier ist das eine heilige Sache. Tango hier, Tango da, Tango toll. Und die Damen scharren sich in der Hoffnung das ein Mann sie endlich auffordert... irgendwie nett. 70-jährige fühlen sich auf einmal wieder jung und die Flamme der Leidenschaft brennt auf.


Zurück in Zimmer Nummer 14 war Rita schon in Aufbruchstimmung.  In unserer "Lounge" habe ich sie dann mit einem Herren gesehen, war alles etwas seltsam. Ich dachte ja erst, dass das evlt. ihr (Ex-)Mann oder was auch immer ist... Naja, mit einem Beso auf meine Backe hat sie sich bei mir verabschiedet und meinte, dass sie die Nacht bei Fernando verbringt. Ja, so ist das hier...


Dienstag, 17. Januar 2012

Unverhofft kommt oft!

...mein zweiter, eigentlich mein erster richtiger Tag in Buenos Aires brachte eine ungeahnte Überraschung mit sich.

Nach einer einsamen Nacht im 4-Bett-Zimmer (außer mir gab`s da niemand) bin ich frisch gestärkt vom Frühstück orientierungslos durch die Stadt gebummelt. Naja, etwas gefremdelt hab ich schon. Gestern noch im grauen Deutschland und jetzt mitten im sonnigen Buenos Aires wo alles doch etwas anders ist und die Leute einen schrecklich anstrengenden Akzent sprechen (bin mir immer noch nicht sicher, ob dass das wirklich Spanisch sein soll).

Von der Sonne angebrutzelt und überfüllt mit Eindrücken kehrte ich auf eine Siesta zurück in mein neues Zuhause. Dort lauerten super Nachrichten auf mich: James Blunt ist in der Stadt und Dank Melanie sollte ich ihn sehen. War zwar alles kurz etwas aufregend, aber schließlich war alles geklärt und mein kleines Reisegepäck hat dann auch noch das passende Outfit ausgespuckt.

Auf den letzten Drücker zur U-Bahn, den Weg direkt gefunden... aber wo bitte ist die Gästeliste? Noch nicht mal 24 Stunden in Buenos Aires und schon sitze ich im Luna-Park. Ja, so stellt man sich das vor. Das Konzert war übrigens wirklich schön. Der unverhofft perfekte Samstag Abend.
 
Für die Unterhaltung nach dem Konzert war gesorgt - Aftershowpaß inklusive. Trotz kurzem Haderns stand ich schließlich Backstage und hab mir erst mal ein Bierchen gegönnt. Und da hab ich ihn auch schon entdeckt, den James. Stand der die ganze Zeit neben mir, aber so klein unscheinbar wie der ist, kann man den schon mal übersehen (hat man das nicht selbst mal gesehen, kann man sich davon keine Vorstellung machen).

Meinen Gastgeber durfte ich dann auch noch treffen und so wurde es ein lustiger Abend. Das Bier ging zur Neige und so sind wir auf Wein umgestiegen. Liebe Leute, ich hätte das mal alles besser bleiben lassen. Den ganzen Tag nix gegessen und dann so viel Alkohol... ich musste büßen, mehr erzähl ich euch an dieser Stelle nicht.

Ein Erinnerungsfoto gibts dann doch auch mit James. Naja, mir gefällts nicht. Aber die Erinnerung bleibt, hicks. Und als Anekdote sei kurz erwäht: Der gute James hat total resistent versucht mit seinem nicht vorhandenem Spanisch sich mir mitzuteilen. Jeglicher Veruch meinerseits ihm dies auszureden war zwecklos. Er war da irgendwie total einsichtslos...

Keine Ahnung wie er/ich es geschafft haben, dass ich kleiner ausssehe ;)
Und ja, ihr seht richtig, Mr. Hamster war auch dabei, haha!

Montag, 16. Januar 2012

Leben im Freizeitstreß...

bevor ich es gar nicht mehr schaffe, nehme ich mir heute Zeit den Blog zu starten. Die Nachfrage ist da und meine Vorsätze waren groß. Aber kaum ist man hier ist dann doch alles anders. Um euch einen Eindruck zu verschaffen, wie stressig meine letzten Tage waren, hier eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage:

Vor meiner Abreise habe ich noch eine kleine schwäbische Abschiedstour gestartet. Vollbepackt wie ein Esel war ich erst noch in Karlsruhe und schließlich in Stuttgart. Mit jedem Tag und jeder Stunde wurde die Lust geringer, abzureisen. Plötzlich fallen einem noch 1000 Dinge ein, die man erledigen möchte. Und noch schlimmer ist der Abschied von den Menschen die man jetzt schon vermisst :( Hier ein Bild, das Nadine gemacht hat, damit ihr mal ne Vorstellung habt, was ich hier mit mir rumschleppe... (ja, jeder packt sein Päckchen selbst, das er mit sich rumträgt!). Das Ding hat aber auch Rollen, also alles halb so schlimm.


Die letzte Nacht habe ich dann ungeplanter Weise auf dem Flughafen verbracht. Aus Ermangelung an öffentlichen Verkehrsmitteln zur frühen Morgenstunde. Ausserdem hätte ich wohl eh kaum bis schlecht geschlafen. Melanie sei an dieser Stelle lobend erwähnt. Sie hat die Nacht dort mit mir durchgemacht. Und entgegen aller Vermutungen war es wirklich total interessant, bzw. war dort echt viel los! Da die Check-in-Waagen auch nachts funktionieren habe ich die Gelegenheit direkt genutzt und noch mal alles umgepackt ;)

Der Schock folgte trotzdem am nächsten Tag. Wollten die doch tatsächlich ein Visum von mir sehen. HÄ? Wer wie was wo? Ich erspare euch an dieser Stelle weitere Details. Die Dame hat dann Rücksprache gehalten und alles war ok, aber dennoch war sie sehr am Zweifeln und hat mich nur mit größten Bauchschmerzen fliegen lassen. Sie hat sich dann sogar meinen Namen mit folgenden Worten notiert: Sie vergeß I net...

Naja, der Flug war dann schnell rum. War müde genug und so habe ich die meiste Zeit nur geschlafen. Die Ankunft war etwas anstrengender. Hat alles sehr lange gedauert, bis ich endlich einen Shuttle-Bus zu meinem Hostel hatte.

Um 23.00 Uhr war ich dann endlich angekommen, ohne Geld in der Tasche. Konnte aber anschreiben... die Dame wollte mich nicht mehr an den Geldautomaten jagen (an dieser Stelle sei erwähnt, dass ich aktuell schon wieder anschreibe, weil ich es nie schaffe, Geld abzuheben...).