Donnerstag, 29. März 2012

Titicacasee

... ihr Lieben, jetzt hab`s ich doch tatsächlich schon bis an den berühmten Titicacasee geschafft! Manchmal kann ich mein Glück kaum fassen. Alles ist einfach so wunderschön hier und irgendwie läuft auch alles wie geschmiert. *KlopfaufHolz* 

Morgen früh geht es mit der Fähre zur "Isla del Sol" wo ich bis Sonntag mit Lilly bleiben werde und dann muss ich allein zurück nach La Paz. Ich hab mir doch einen Flug in den Dschungel gekauft, juhu! 

Leider gibt es hier kaum Internetanschluß und so muss ich euch wie immer auf später vertrösten...

So ißt man hier zu Mittag - das für grade mal ca. 3,00 Euro mit Getränk!
Im Hintergrund könnt hier den höhchstgelegenen (großen)  See der Welt
sehen -Titicacasee auf ca. 3.800 Metern... der ist echt hübsch

Montag, 26. März 2012

Chillen in Chile...


Ich weis, mit meinem Nachtrag über Chile bin ich schon ganz schön spät dran. Aber ihr habt einfach keine Ahnung, wie ausgelastet man hier ist. Ständig von A nach B reisen, organisieren, Hostels ablatschen, Bustickets feilschen, überhaupt Preise feilschen, Eindrücke sammeln und verarbeiten. Da kommt man nur noch müde heim oder hat auch oft gar keinen Internetanschluß. Im Moment sind wir in La Paz und um andere Traveller zu zitieren kann man hier nicht mehr machen als "Party". Das betreiben hier viele wirklich bis zum Exzess und was hier auch groß geschrieben wird ist Koks. Die zwei Mädels von unserem Zimmer haben sich zur Begrüßung quasi erst mal ne Line gezogen. War schon fast etwas witzig, denn die waren doch selbst etwas unsicher mit der ganzen Angelegenheit. Tja, da bin ich jetzt gelandet. Aber wie immer erst mal ein Blick in die Vergangenheit!
...nach Argentinien bin ich weiter nach Chile. Die Busfahrt war recht schön, war ich doch ganz gespannt auf die Andenüberquerung. Irgendwie hab ich dann doch nur die Hälfte mitbekommen, weil ich leicht verkatert eingeschlafen bin... Spannend wurde es an der Grenze. Wer nach Chile einreisen will, wird quasi bis zum letzten Krümel untersucht. Liegt angeblich an der Tatsache, dass die u. a. noch eine Traubensorte haben, die einzigartig in der Welt ist und diese vor einem bösen Traubenbakterium geschützt werden muss, das es noch nicht über die Anden nach Chile geschafft hat. Gut 1 1/2 Stunden hat es gedauert, bis die Pass-, Gepäck- und Personenkontrolle beendet war. Man kam sich schon wie ein Schwerverbrecher vor. Von da an ging es wieder die Anden runter Richtung Santiago. Irgendwie war es schon komisch, auf ein mal nicht mehr in Argentinien zu sein. Die Menschen kamen mir irgendwie anders vor... nicht ganz so freundlich und aufgeschlossen. Naja, wenigstens hat sich sofort jeder Mann hilfsbereit auf mein Gepäck gestürzt, wenn es um`s Treppenschleppen ging. Da muss man nicht mal fragen oder bettelnd kucken, jeder hombre hat sich bis jetzt an meiner 20-kg-Tasche beweisen wollen. Das ist echt witzig...
Mit meinem Hostel hatte ich echt Glück. Naja, eigentlich war es mehr wie ein Bed & Breakfast dort. Nicht mal 16 Leutchen haben in das Häuschen gepasst. Unten waren 2 große Wohn- und Esszimmer, Küche und Bad, oben die Schlafgemächer. Das ganze hatte so viel Charme und Stil, dass man sich wirklich wie  im eigenen Zuhause gefühlt hat. Es war wirklich unglaublich angenehm dort, dass es die meisten kaum geschafft haben, das Haus zu verlassen! Und irgendwie war es genau deshalb so ein schöner Ort, man hatte Gefühl dort wie eine kleine WG-Familie zusammen zu wohnen. An manchen Tagen haben wir von früh bis spät so viel zusammen gemacht, dass wir sogar alle gleichzeitig zusammen ins Bettchen gehüpft sind. Da kam ich mir schon vor wie bei der Walton-Family, hahaha.

Das Frühstück war ein Traum. Frische Früchte,  Kaffe (der in Chile aber nur mit absoluter Schlechtigkeit geglänzt hat), Rührei und Toast. Und dann war da noch ein ultrawitziges indisches Pärchen, mit denen ich mich so gut verstanden habe... und nachdem ich das indische Essen gelobpreist habe, wurde ich auch glatt bekocht. Ja, man muss einfach nur wissen, wie mans macht. Übrigens hab ich dort auch wieder eine Übernachtung "gespart". Obwohl ich mehrmals gesagt habe, ich war 7 Nächte da und nicht 6, haben die mir trotzdem nur 6 berechnet, weil die auf Grund eines EDV-Fehlers überzeugt waren, ich war nur sechs da. Naja, was soll man da machen?

Santiago selber war echt nett. Ohje, da ist es dieses schreckliche Wort "nett". So richtig wie ne Großstadt kam`s mir dort nicht vor. Alles so sauber, so ordentlich und sicher. Hübsch waren die Berge drum rum, die man immer irgendwie sehen konnte. Angeblich soll es ja dafür nachts sooo unsichersein, haha. Das konnte und wollte ich nicht glauben. Als ich mich zu später Stunde allein auf den Rückweg machen wollte, haben immer alle zu mir gesagt (also auch Stadtbewohner): "Oh Gott, du kannst nicht allein heimlaufen!". Uhi uhi, sowas zu mir zu sagen gleicht immer einer Herausforderung. Neugierig hab ich noch gefragt, was denn da einem so passieren soll, wenn man allein heimläuft. "Du wirst ausgeraubt und geschlagen". Sorry, aber das konnte ich mir nur schwer vorstellen. Wenn es tagsüber wie im Streichelzoo ist, kann es doch nicht sein das nachts automatisch alle Ganoven rauskommen. Mein Vorschlag, dass ich einen Bus nehme, wurde ebenfalls abgeschmettert. Auch dort würde man ausgeraubt und zusammengeschlagen! Trotz Versprechungen, ein Taxi zu nehmen, bin ich jeden Abend gut 40 Minuten allein heimgelatscht. Und begegnet bin ich kaum bis keiner Menschenseele (die haben sicher alle Angst nachts raus zu gehen). Einzig die unzähligen Straßenköter haben mir etwas Angst gemacht. Aber die sind wirklich freundlich und einer hat mich dann auch die ganze Stecke begleitet, was einem doch ein sicheres Gefühl gegeben hat...

So ungefähr könnt ihr euch Santiago vorstellen

Nach Tagen hab ich dann auch endlich meine französischen Mädels wieder getroffen. Die sind ja einmal über die Anden getrampt und sind auf diesem Weg sogar schneller in Santiago gelandet als ich! Claire und Audrey sind einfach klasse. Wir hatten so viel Spaß zusammen. Wir haben uns die Nächte um die Ohren geschlagen, sind Picknicken gegangen und da sonntags alle Museen in Santiago umsonst sind, haben wir uns von der südamerikanischen Kunst berieseln lassen...

Eine Einladung in ihre französische Heimat hab ich jetzt auch schon...

Sonntägliches Picknick mit frischen Empanadas, mhhh



Und als ich  in meinem Hostel in Santiago sitze steht da auf einmal jemand bekanntes vor mir: Der Pepe! In Buenos Aires habe ich ein total witziges spanisches Pärchen kennengelernt, die auf  Weltreise sind. Und eigentlich dachte ich, sind die längst in Neuseeland. Aber nein, fünf Wochen später treffen wir uns tatsächlich im gleichen Hostal in Santiago. Die Freude war rießig, man hatte sich viel zu erzählen. Zur Feier sind wir dann auch gleich mal Sushi essen gegangen, das übrigens in Chile total günstig ist, aber nicht weniger lecker.


Was gibts sonst noch über Santiago zu berichten? Die Disco, in der wir waren, fand ich nicht so den Hit. Alle waren irgendwann nur noch vom landestypischen Getränk Pisco Sour betrunken und den Rest könnt ihr euch vorstellen. Von den unzähligen Straßenkötern hab ich euch ja auch schon geschrieben. Katzen findet man leider kaum eine, schade. Und den Schlüssel zu meinem Schließfach im Hostel hatte ich ja leider verloren. Herrjee, das war was. Bis die in es mal geschafft haben, mir das Schloß aufzubohren... Und ich hatte alles drin: Geld, Netbook, Ausweis etc. Dafür hab ich in der Zeit wenig ausgegeben, da ich ja wirtschaften musste, haha.


Hunde hat`s in Chile ohne Ende - die fallen dann auch um wo es ihnen
grade passt...

Von Santiago aus ging es mit eine knapp zweistündigen Busfahrt weiter nach Valparaiso. Von dort hatte ich euch ja schon mal berichtet. Die Stadt hat wirklich Charme, der sich einem noch mehr offenbart, wenn man länger dort bleibt. Leider machen viele von Santiago aus nur einen Tagesausflug nach Valparaiso. Die Stadt selbst besteht aus unzähligen bunten Häuschen den Küstenberg hoch, überall gibt es schönste Graffitis und Kunstwerke. Die Stimmung abends in der Altstadt ist auch sehr angenehm und lebhaft. Jedem Besucher der Stadt würde ich auch das Pablo Neruda Haus empfehlen. Ich kannte den Herrn ja schon vorher, aber in Sachen Einrichtungsstil und obsessive Sammelwut habe ich meinen Seelenverwandten gefunden ;)


Diese niedlichen Lichtlein hängen übrigens wohl seit Weihnachten -
wie überall hier in Südamerika noch Weihnachtsbeleuchtung zu finden ist!
  
Die Frau von unserem Hostalbesitzer hatte übrigens Geburtstag und so wurden wir auf eine kleine Fete eingeladen. War alles etwas bizarr. Die Vorbereitungen dauerten ca. 5 Stunden und wir haben uns alle gefragt, was die gute Frau da wohl alles servieren wird. Zum Schluß waren es ein paar Fruchtspießchen und Sushi... was die die ganze Zeit getrieben hat, war uns nicht klar. Irgendwie war es eine recht absurde "Feier", aber nach genügen Bier wurde es halt doch noch recht lustig...

Meine zwei Spanier sind dann auch nach Valparaiso gekommen und so haben wir uns durch die Landesküche geschlemmt. Wer in Chile ist, muss mal ein  Completo probiert haben. Dieses rießen Hot-Dog-Ding (ca. 30 cm groß mit ca. 1 kg Mayo drauf) haben wir dann wettkampfmäßig ganz schnell reingestopft, weil wir Angst hatten, es könnte  in der Mitte auseinander brechen. Brechen ist danach auch ein gutes Stichwort, haha. Der Pepe hat mir erzählt, als ihm eine Kellnerin das erste Mal ein Completo angeboten hat und nicht wusste was das hier ist, war er etwas pikiert... in Spanien kriegt man sowas wohl nur im Puff offeriert...

Ein mal und nie wieder... aber günstig ist das Ding.
Im Hintergrund das Landesbier - wat muss dat muss.

Nach dem Essen haben wir uns ein Eis gegönnt. Das Ding war die
KLEINSTE Kugel und ist mir doch glatt von der Waffel in die Hand
gefallen weil die einfach zu "winzig" war...
Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, warum es im deutschen "trampen" heißt, man aber im englischen "hitchhike" sagt? Diesen und ähnlichen Fragen (es gibt eine Nord- und eine Südnutella!) bin ich mit Moriz (einem Schweizer) eine Nacht lang nachgegangen. Ich sags euch. Frau Schlau ist jetzt noch schläuer!

Meine letzte Nacht in Valparaiso hat auch ganz schön viel Aufregung mit sich gebracht. Irgendwie waren auf ein mal alle im "Rio-Fieber". Plötzlich wurden Flüge gesucht, Zeiten überschlagen etc. Verginia und Pepe hatten nur noch eine Woche in Südamerika und wollten hin, Moriz und ich sollten mitkommen. Ich war ja kurz davor mich überreden zu lassen. Mir wurde der ganze Druck aber zu viel. Wenn, dann wollte ich das alleine entscheiden. Und die drei wollten die Reise von mir abhängig machen. Ach, ich sags euch, das kann ich leiden...
Rio entkommen saß ich morgens um kurz vor acht im Bus nach La Serena. Von dort hab ich euch ja schon mal kurz geschrieben. Die Tage habe ich echt genossen, endlich mal wieder etwas Zeit für mich, runter kommen, verarbeiten, waschen und ausspannen. Die kleine Holzhütte in der ich wohnte, war echt süß. Irgendwie war die so vertraut urig. 

Der Strand von La Serena
Von La Serena aus ging es in Richtung meiner letzten Station in Chile - nach San Pedro. Auch von dort hab ich euch ja schon mal kleine Zwischenberichte geliefert. Im Bus noch hab ich Lilly kennengelernt. Sie ist schlappe 14 Jahre jünger als ich und ein mal wurden wir doch glatt gefragt (ACHTUNG!), ob sie meine Tochter sei. Naja, der Rest der Menschen die wir so getroffen haben, hat wenigstens charmant gefragt, ob wir Schwestern seien. Mein Untergang ist besiegelt...

In San Pedro angekommen haben wir gut eine Stunde lang das Dorf nach einer hübschen wie günstigen Unterkunft abgeklapptert. Die Schweißarbeit hat sich gelohnt. Dazwischen haben wir aber so ziemlich den ekligsten Typen der Stadt und danach die grausligste Unterkunft meines Lebens gesehen...

Unser Hauskater in San Pedro - ist der nicht niedlich!? Ich habe ihn
"Don Gatto" getauft und in meiner letzten Nacht bin ich im Dunkeln total
erschrocken, lag der kleine Frechdachs nicht in meinem Bett!
 San Pedro ist wirklich ein kleines staubiges Dorf in der Wüste und scheint nur für den Tourismus zu existieren. Es gibt kaum Essen zu kaufen, abends hat es ständig gewittert und somit viel der Strom auch immer aus. Wasser zum Duschen war rationiert und tagsüber war es einfach nur heiß. Was gab es dort zu tun? Eigentlich nur (überteuerte) Ausflüge in die Umgebung. Viel haben wir nicht gemacht, nur die einigermaßen bezahlbare Tour ins Moon Valley inkl. Sonnenuntergangsprogramm.


Das Weiße was ihr da seht ist kein Schnee - das ist Salz


Angeblich gab es auch eine Wüstenparty (zu der wurde man quasi nachts ins Nichts in die Wüste rausgekarrt) und obwohl es "die Party" war und jeder davon wusste, ham wir die irgendwie verpasst, haha.

Am letzten Tag waren wir noch gut damit beschäftigt, unsere Salar_de_Uyuni Tour vorzubereiten und haben einen Abstecher auf den Wüstenfriedhof gemacht. Der war echt wunderschön. Irgendwie doch anders, klar, in der Wüste ist halt alles anders...

Von der Uyuni-Tour, dem guten saftigen Lama-Fleisch und der Höhenkrankheit berichte ich euch hoffentlich  ganz bald. Jetzt erst mal muss ich in den Tag starten, eine Tour zur "most dangerous road of the world" buchen, mich über den Titicacasee belesen und einen Flug in den Amazonasregenwald buchen... 

Donnerstag, 22. März 2012

Kleiner Zwischenbericht aus m Café...

... eigentlich sollten diese Zeilen schon längst geschrieben sein. Aber unser Internet in Sucre war sooo langsam, dass es mehr als zum Bildchen hochladen nicht gereicht hat. Mittlerweile sind wir in Cochabamba angekommen. Eine Großstadt auf dem Weg nach La Paz, wohin es morgen gehen soll. Während wir hier in einem total amerikanischen Schuppen namens "Dumbo" auf unser Eis warten und mit live Klavirgeklimper unterhalten werden, will ich euch noch ein paar Zeilen schreiben. Die Fahrt hierher war wirklich abenteuerlich und leider unvergesslich. Wie immer fehlt mir an dieser Stelle die Zeit euch detailliert davon zu berichten, deshalb nur ein Bilderrückblick in die Vergangenheit...

So oder so ähnlich sah es am Stadtrand von Sucre aus:
wie in der Toscana - findet ihr nicht auch?

Auf den Friedhof haben wir einen kleinen Abstecher gemacht:
dort gibt es eine Freisprechung auf der Parkbank "to go",
für ein paar Bolivianos kann man sich so wieder besser fühlen...
(der Herr mit dem Kreuz führt diese Segnung durch)

Und da grad sowas wie "Vatertag" war, herrschte auf dem Friedhof
Hochkonjunktur. Überall liefen Jugendliche mit diesen Leitern rum  um ihr
Taschengeld aufzubessern. Anfangs wussten wir gar nicht was die damit
treiben. Bis wir mal hinterher sind und die Aktion beobachtet haben.
Ihr könnt anhand des Hintergrundes bestimmt auch das Rätsel lösen, oder?

In Sucre sah es wirklich aus wie in Südspanien - wie im Urlaub halt ;)
Wir waren von den Kolonialbauten und der Atmosphäre begeistert,
Wetter und Essen waren genau so traumhaft...
So, für mehr reicht wie immer die Zeit nicht. Ab morgen sind wir dann in La Paz und hoffentlich haben wir dort mal wieder (gut funktionierenden) Internetanschluß. Ich denke an euch <3


Sonntag, 18. März 2012

Wie im Urlaub...

... das ist unser Satz des Wochenendes. Wer ist eigentlich wir? Seit über einer Woche bin ich mit der süßen Lilly unterwegs. Die kommt doch tatsächlich aus Schwabach. So klein ist die  Welt. Und jeden Tag sind wir auf`s neue erstaunt, wie toll Bolivien ist. Hatten wir vorher so viele Horrorgeschichten über die Zustände hier erzählt bekommen, wundern wir uns jetzt, von was die Leute geredet haben.

Das Wetter hier in Sucre ist herrlich. Und die Stadt selbst erinnert an Südspanien. Gestern haben wir quasi einen Urlaubstag eingelegt: Erst Ausgeschlafen (Nacht 3,00 €), unsere Wäsche in den Salon gebracht (1,60 €), sind Essen gegangen (2,50 € für ein 4-Gänge-Menü), sind in den Park und haben uns dort einen Kuchen gegönnt (0,50 €) und eine Papaya gekauft (0,40 €). Da fällt man nur noch glücklich ins Bett und freut sich hier zu sein!

Heute war dann großes Sonntagsfest im Bergdorf angesagt. Eine zweistündige Busfahrt ins 65 km entfernte Tacabuco hat uns mal wieder neue kulturelle Einblicke gewährt. Dort ist wohl ein mal im Jahr eine rießen Fete, zu der alle umliegenden Gemeinden pilgern und ihren Trachten voller stolz präsentieren. Alleine die Busfahrt dort hin hat sich schon gelohnt, denn die Landschaft war ein Traum. Ich dachte wirklich, ich bin in der Toskana. Nein, noch schöner ist die Landschaft hier um Sucre und das Wetter hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. 

Join or die

Und die Freude ist groß wenn man sich mal wieder trifft...

Mühsam einstudierte Paraden wurden präsentiert

Seltsame Trachten ausgepackt

Und bis zum Umfallen getanzt

So und ich hüpf jetzt ins Bettchen, bin mal wieder die Letzte. Wie immer muss ich euch vertrösten und verweise auf einen Nachtrag von Chile und Uyuni, der Nacht der Höhenkrankheit und dem Gourmet-Lama-Fleisch-Bericht... und wenn ihr wüsstet WIE langsam das W-Lan hier ist, hättet ihr echt Mitleid mit mir... aber nur deswegen ;)

Freitag, 16. März 2012

Kurzer Zwischenbericht aus Bolivien...

... so irgendwie war ich jetzt doch fast eine ganze Woche ohne Internet. Unsere Abenteuer-Jeep-Tour nach Bolivien haben wir "überstanden". Dieser Ausdruck ist wörtlich zu nehmen. Höhenkrankheit klingt nicht ernst, ist aber etwas ganz fieses... mehr dazu werde ich euch hoffentlich ganz bald berichten. Für heute muss  wie immer eine schnelle Bilderzusammenfassung reichen. Die traditionellen Leute/Frauen hier sind echt gar hübsch anzusehen. 
Zwei dicke Zöpfe, ein ausgestellter Rock, Strickjäckchen oder Küchenschürze,
Hut auf und fertig ist die Traditionsbolivianerin! 
Schlimmste Befürchtungen (die ich zwischenzeitlich eh schon verdrängt hatte) wurden nicht wahr. Nachdem ich immer wieder gelesen hatte, wie unbequem und lang die Busfahrten wegen miserabler Straßenverhältnisse sein sollen, war mir schon etwas bang. Unsere Busfahrt begann auch auf einer dieser lehmigen Schotterstraßen, auf denen es einen nur so durchgerüttelt und -geschüttelt hat. 

Wo hört der Berg auf und fängt die Holperstraße an?
Zum Glück sind wir bald auf eine geteerte Straße abgebogen. Die Erleichterung war groß, konnte es aber kaum fassen. Die Verbindungsstraßen sehen ziemlich neu aus, manche waren grad auch in der Fertigstellung. Es schein sich hier einiges zu tun in Sachen Infrastruktur! Ach ja, und wenn der Busfahrer mal hupt kann man sich sicher sein ein Lama(s) stehen grad auf der Straße rum... das machen die gerne ;)

Bis gestern waren wir in der höchsten Stadt der Welt. Ja, die ist in Bolivien und heißt Potosi. Liegt laut Reiseführer auf schlappen 4.070 Metern. Irgendwie hat man sich vorgestellt, muss da oben doch was anders sein, als sonst so da unten. War`s aber nicht. Naja, außer das man bei jedem Schritt der nur etwas bergauf ging sofort ausser Atem kam. Kalt war`s auch, aber nur nachts. Tagsüber hatte es angenehme Temperaturen, wir mussten sogar Sonnencreme auflegen weil s in der direkten Sonne so heiß war. Und obwohl es auch über Potosi böse Gerüchte gab, es sei nicht schön dort, waren wir positiv überrascht. Eine Mischung aus Florenz, Straßburg und was-weiß-ich hat sich einem offenbart. Dort wurde mal so viel Silber abgebaut, dass es quasi die reichste Stadt der Welt war (und auch noch die höchste, hm?!?).

Und so sieht`s auf 4.070 m Höhe aus. Auch nicht anders, oder?
Ja und obwohl hier grad das Ende der Regenzeit sein soll, herrscht bestes Wetter. Maximal nachts regnet es mal, aber wen stört das schon? Dafür ist die Landschaft schön saftig und grün. Auch in diesen Höhen. Damit hab ich persönlich gar nicht gerechnet. Aber wie stellt man sich "das da oben" auch vor? Die Busfahrt von Potosi nach Sucre (da bin ich grad) hat wirklich schönste und faszinierende Landschaften offenbart. Hier noch ein letztes Foto vom Sonnenuntergang.

Pittoreske Landschaften

So und hier ist es schon wieder tiefe Nacht... für mehr reicht  die Zeit heut nimmer. Wie immer bitte ich um Geduld und freue mich weiterhin über treue Leser :)

Samstag, 10. März 2012

Von Buenos Aires bis Mendoza...

... hachja! Heute waren wir auf einer kleinen Trecking-Tour unterwegs.Zwischen Wüste und Anden auf über 2.500 m Höhe mit beeindruckenden Landschaften. Und zwischendrin hab ich dann echt gedacht, das ich mit meinem Blog so hinterherhänge, ob ich die Lücken überhaupt noch füllen soll und wen es denn überhaupt interessiert. Und dann kommt man total kaputt heim und hat liest eine tolle E-Mail... naja, jetzt bin ich wieder motiviert und lege eine Wüstennachtschicht ein, während alle anderen schon brav schlummern...

Wandern zwischen den Valleys, man beachte die schneebedeckten
Bergspitzen im Hintergrund - wirklich ein Traum :)
Unser Sonnenuntergang
Doch erst mal zurück in die Vergangenheit... wie die meisten von euch wissen, bin ich nach Montevideo ins wunderschöne Buenos Aires zurückgekehrt. Dort war inzwischen auch K. eingetroffen. Etwas mulmig war mir schon, nach der ganzen Zeit wieder auf jemand aus der alten Welt zu stroßen. Die wenigen Tage mit K. waren aber wirklich lustig und unbeschwert. Dank ihr bin ich wieder zur Pafferin geworden und statt Bier gabs plötzlich Wein... naja, es gibt Schlimmeres ;)

K., Gabriell und ich beim Paffen
Mit K. habe ich mal wieder tieferen Einblick in die Wohnwelten von B.A. bekommen, da sie auf der Suche nach einer Wohnung war. An einem Nachmittag haben wir einige schickimicki Behausungen von Palermo besichtigt. War echt witzig was einen da so erwartet hat. Die Leute waren sehr freundlich, die Wohnungen wie geleckt. Der versnobbte Ruf kommt nicht zu unrecht...

Danach sind wir noch rumgelaufen, haben Leute beobachtet und das berühmt berüchtigt leckere Eis von B. A. geschlemmt (der Ruf kommt auch nicht zu unrecht...)
  
Gut aber nicht unbedingt günstig!

Übrigens ist es hier günstiger Obst und Gemüse in der
Fruteria einzukaufen statt im Supermarkt. Die Verkäufer sind
auch alle sehr sehr freundlich und geben bei größeren
Einkäufen mal ne Banane oben drauf
Die letzten Tage in B. A. gingen ruhig zuende. Es hieß Abschied nehmen... Noch mal alle Lieblingsplätze ablaufen und nicht drüber nachdenken... knappe vier Wochen sind nun rum. Chao, Buenos Aires es war schön mir dir!

Abschließend noch kurz was zur Allgemeinbildung. In Buenos Aires ging es nicht immer nur um Tango, Fleisch und Fußball. Auch Malfalda war allgegenwärtig. Wer ist denn bitte Malfalda? Das habe ich mich auch gefragt, aber in allen spanisch sprechenden Ländern ist sie wohl eine kleine Heldin...
  
K., Malfalda und ich (die hat sogar einen eigenen Park gewidmet bekommen)

Mit dem Nachtbus ging es dann auf eine 16-stündige Reise Richtung Mendoza. Die Busse hier sind wirklich superbequem, so was kennt man bei uns gar nicht. Obwohl ich eigentlich so gut wie durchgeschlafen hatte, war ich doch ziemlich müde in Mendoza angekommen. Nach einigen Orientierungs- und Kommunikationsproblemen habe ich schließlich einen Bus zum Hostel gefunden, in dem Maike schon auf mich gewartet hat. Ja, da war sie wieder! Nach zwei Wochen Wiedersehen in einer neuen Stadt, daß war echt schön. Maike war auch tolal fleissig damit beschäftigt, ihre "Schmuckproduktion" voranzutreiben. Ich hab dann auch gleich ein Fußkettchen und Ohrringe geschenkt bekommen. Die sind echt toll!

Hier ist Maike fleissig am Werkeln

Das war unser chilliger Hostelgarten, inklusive Pool(nudel)
Ja und was ist das absolute "Muss", wenn man in Mendoza ist? Die legendären Weintouren. Mendoza ist nämlich berühmt für seine Weine, deren Anbau und deshalb auch einer der reichsten Regionen  Argentiniens. Die Stadt war wirklich hübsch, sauber und nett hergerichtet. Obwohl es nicht so rießig war, fand ich die Atmosphäre dort wirklich gut.

Nachdem wir von einem "Geheimtipp" gehört haben, sind wir zur Touri-Info und haben nach Mr. Hugo gefragt. Mr. Hugo, der kam uns fast wie eine lokale Berühmtheit vor. Wo oder wen auch immer wir nach ihm gefragt haben - alle waren sofort Feuer und Flamme, haha. Zur Aufklärung: Mr. Hugo ist im Nachbarort ein Fahrradverleih für die Bodega-Abklapper-Tour.

Am nächsten Morgen sind wir also mit dem öffentlichen Bus nach Maipu getuckert und waren megagespannt auf den heimlichen Star und was uns so erwarten würde... vom Maestro Hugo wurden wir um 11.00 Uhr morgens direkt mit einem Becher Rotwein empfangen und haben noch eine Karte bekommen, auf der alle Bodegas verzeichnet waren. Es war echt nett, aber irgendwie hat man sich dann doch mehr Weinlandschaftsromantik erhofft. Naja, aber eigentlich ging es dann ja doch nur um den Trink-Fahrrad-Spaß. Und den hatten wir...

Hier waren wir bei einem Ölivenölproduzenten - ihr kennt ja  meine
Vorliebe für Olivenöl (hahaha) da hab ich gerne freiwillig getestet!
Plus habe ich wieder einiges dazu gelernt... 

Leckere Weintrauben - die waren soo gut! Und als die
frisch gepresst wurden, mhhh, der Saft ein Traum!
Nach diversen Führungen, Verkostungen etc. hatten wir einfach nur noch Lust
durch die Gegend zu Radeln
Ja und wo getrunken wird, wird auch gegessen. An meinem letzen Abend zusammen mit Maike waren wir bei einem richtig traditionellen argentinischen Asado. Auf meinem Foto sieht man leider die Fleischberge auf dem Grill nicht wirklich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier auch nur einen Vegetarier gibt. Fleisch ißt man quasi schon zum Frühstück und mir wurde gesagt, es gibt hier wohl keinen Mann, der nicht kochen kann. Wobei hierbei unter kochen wohl einfach nur die Zubereitung von Fleisch zu verstehen ist. Das läge dem Argentinier angeblich "im Blut". Wenn man sieht, mit welcher Liebe das Fleisch angefasst wird - einfach echt faszinierend. Selbst Maike als angebliche Vegetarierin hat hier regelmäßig nach Fleisch verlangt, weil sie meinte, es schmecke in Argentinien einfach sündhaft gut ;)

Der Fleischmeister war echt ein ganz Tapferer, trotz unerträglicher Hitze
hat er mit Hingebung einem jeden sein Fleisch geschnitten und serviert

Nach unserem All-you-can-eat Geschlemmere war ich krank. Ob es daran lag, weiß nur der liebe Gott. Ich will weder dem Fleisch noch sonst was die Schuld geben. Maike hatte ja das gleiche gegessen und war fit. Ich war platt und hatte Schmerzen. Und das auch noch am Tag von Maikes Abreise. Gut 3 Tage hab ich gebraucht, bis ich wieder einigermaßen fit war. Man war das doof. Hoffe das war`s nun auch für diese Reise an Krankheiten! Hatte schon kurz überlegt zum Arzt zu gehen. Die Hospitale hier sind übrigens für ALLE kostenlos. Egal woher man kommt. Bolivien, Deutschland, Japan oder Einheimische. Keiner muss was zahlen. Zwei deutsche Mädels haben sich hier gegen Gelbfieber impfen lassen und durften nicht mal was dafür löhnen. Ist echt krass, oder? Es gibt auch Privatkliniken, für Leute, die versichert sind. Dort kommt man natürlich schneller dran und hat vermutlich die bessere Versorgung. Dennoch kann hier jeder ins Hospital...

Ach wie wunderbar ist es, wenn der Schmerz nachlässt. Als ich wieder gesund war, da hab ich alles noch toller empfunden als jemals zuvor! Und dann hab ich auch noch wirklich tolle Menschen kennengelernt (davon hab ich euch ja auch schon mal kurz was geschrieben). Zwei klasse Französinnen und einen Schweden. Wir hatten soooo viel Spaß zusammen und so einen guten Draht, man kann es gar nicht beschreiben. An einem Abend waren wir dann auch Tanzen, von Rock`n`Roll über Salsa war alles dabei. Das hat mir übrigens an Argentinien immer gut gefallen, daß die Männer dort gerne Tanzen, sich nicht lange bitten lassen und Spaß daran + Rhythmusgefühl haben, hihi.

Französische Pasta und frischer Bio-Wein aus der Region 

Und während ich mit dem Bus weiter nach Chile bin, sind die zwei Mädels
kurz mal über die Anden getrampt und waren sogar SCHNELLER
als ich... wow oder???

Nach einer echt langwierigen Grenzkontrolle sind wir den Andenpass auf
chilenische Seite wieder runter
Ja und das nächste Kapitel begann. Chiele, Santigao. Davon berichte ich euch hoffentlich bald mehr. Ich sitze hier grad in meiner zweiten Wüstennacht, da wir heute Abend mal wieder ein Gewitter hatten. Strom war mal wieder weg. Irgendwie ist es ja witzig, noch vor wenigen Tagen hab ich groß getönt, daß ich mich jetzt auf das Chaos und Abenteuer freue, daß Dinge nicht grade laufen etc. Und vom Beginn unserer Ankunft in San Pedro merken wir, wie sehr wir an der Zivilisation hängen. Hier mal rationiertes Wasser zum Duschen zu erleben, oder eben das der Strom wegen Unwetter mal für Stunden weg ist... das ist einfach auch eine tolle Erfahrung. Man redet immer davon, aber wenn man es dann mal am eigenen Leib erlebt...

Diese drei Mädels hab ich heute nach einem Fotoshooting gefragt. Sie
waren ganz bereitwillig, aber unbeeindruckt vom Ergebnis...
Dieses Dorf war die letzten drei Tage unser Zuhause...

Und dieses entzückende Teenie-Lama stand heute einfach so auf der
Dorfstraße und hat brav Wasser genuckelt 
Morgen früh gehts mit dem Jeep zur Grenze und dann ab nach Bolivien. Vorfreude ist rießig. Wir machen die klassische Salar-de-Uyuni-Tour. Ein "Muß" auf dem üblichen Gringo-Trail den wir hier alle beschreiten. Etwas mulmig ist mir aber schon. Was man da alles hört. Alle haben mir von der Höhenkrankheit berichtet (wir gehen bis 5.000 m hoch), von betrunkenen Fahrern, von Kälte, schlechtem Essen und was es da halt noch so gibt. Strom und Internet gibts da nicht, also macht euch keine Sorgen wenn ihr nichts von mir hört. Und wenn ihr euch jetzt fragt, warum man das macht ---- ich werde euch die Bilder hinterher zeigen ;)