Montag, 20. April 2015

Kirschblüte und Katzencafés in Japan

Ein herzliches "Konnichiwa"

an alle die sich noch immer auf diese Seite verirren. Im Moment bin ich wieder ziemlich hinterher, dafür bekommt ihr heute viele kleine bunte Bilder mit einigen Merkwürdigkeiten aus Japan.
Mir hat es dort wirklich sehr gut gefallen. Leider hatte ich ziemliches Pech mit dem Wetter, d. h. es war die meiste Zeit bewölkt und sogar oft am Regnen. Meine Begeisterung für Tokio und den Menschen dort hat es jedoch nicht getrübt. Das was ich sehen und erlebten durfte war durch und durch nur positiv. Der Japaner an sich ist ein äußerst höflicher und freundlicher Geselle mit Humor.
Meine erste Erfahrung auf japanischem Boden hat sich direkt auf der Toilette abgespielt. Wie bereits aus Film und Fernsehen bekannt, die absoluten Multifunktionsmaschinen. Anfangs hatte ich noch etwas Berührungsängste vor den gefühlt 50 verschiedenen Knöpfen, aber der Erfinder hat sich durchaus etwas dabei gedacht. Mein absolutes Highlight sind immer noch die beheizten Klobrillen, auf denen man sich seinen Popo nach einem kalten Spaziergang echt wohlig aufwärmen kann, zur Not kann man dann noch mit dem Bidet-Föhn nachlegen und ist wieder auf Zimmertemperatur!
Es ist wirklich eine Schande das ich keinen Fisch mag, so ist mir kulinarisch sicher etwas entgangen.  Dafür hatte ich ziemlich schnell einen Stamm-Inder der meine treue Kundschaft zu schätzen wusste.
Japan selbst ist - wie ich finde - übrigens gar nicht so teuer wie alle immer sagen. Diese Aussage bezieht sich sicher auf frühere Zeiten. Mir wurde gesagt, dass die Wirtschaft dort seit 20 Jahren eher abnehmend ist und somit seitdem auch die Preise nicht mehr gestiegen sind. Kann man kaum glauben!
Einen Ausflug zum Fuji haben wir gemacht, der hat sich leider weniger gelohnt, da es den ganzen Tag bewölkt war und man nicht mal erahnen konnte, in welche Richtung der Prachtberg stehen würde. Als wir ankamen hatte ich kurz geschluckt, denn vor Ort lag tatsächlich etwas Schnee womit ich nicht gerechnet hatte. Zudem bin ich nur mit kleinem Handgepäck angereist und hab die Woche so ziemlich jeden Tag die gleichen Klamotten getragen weil alles andere "zu kalt" war...
Wieder zurück in Kuala Lumpur habe ich mich echt erst mal aufgewärmt! Aktuell bin ich in Singapur und Mittwoch geht es weiter nach Bali. Mehr davon demnächst.
Bis dahin, Sayonara und mata ne!

Erster Eindruck von Japan: Die Toilette nach der Landung.
Leider gibt es keine Bedienungsanleitung für die Toilette...
 
Zweiter Eindruck U-Bahn: Die ist gar nicht so voll. Ein Nickerchen halten aber so gut wie alle!
Bei einer Fahrtzeit von einer Stunde war ich direkt dabei ;)

                       Zu Besuch in Akihabara bei den Mangas:
Interessante Café s die Erste: Im Cosplaycafe kann man sich
von Maids im Rollenspiel bedienen lassen. Wer mehr erfahren
will, bitte hier klicken. Angeblich bleibt es auch  nur beim Kaffee.



Für mich war ein Besuch im Katzencafé interessanter:
Die Miezen werden nicht nur von den Gästen verwöhnt :)
Ein mal Katze zum mitnehmen, bitte! (Bild rechts)




In Tokio gibt es nicht nur Katzenncafé s sondern auch mit
anderen Tierchen darf man kuscheln. Das hier ist ein "Bunny-
house" und hier kann man über sechs Stockwerke hingweg
(siehe links) ein Themenzimmer mieten und mit dem Tierchen
schmusen :)



Apropos Katze: Die Winkekatze ist hier auch daheim:
In schwarz für "good health" und in weiß für "good fortune".

Wer kennt noch die süßen Monchhichi? (links)


 
Tempel im Zeichen der Kirschblüte
Da ich keinen Fisch mag war es eine Herausforderung Sushi
ohne Fisch zu finden. Unter "vegetarisch" versteht man in Japan
nämlich nur "ohne Fleisch"...

Und so genießt die japanische Jugend den Abend. In Japan darf
man übrigens  im Restaurant rauchen. Das war nach all den
rauchfreien Jahren in Deutschland sehr gewöhnungsbedürftig.
 


Forget Vegas - die wahre Spielhölle ist Tokio! Vom Kind, über
Mamis bis zum Rentner vergnügt sich hier alles an den Automaten.
Auf der Suche nach dem Fuji im Schnee gelandet...

Irgendwo hinter den Wolken hat sich der Fuji versteckt :(


Die Kirschblüte wird von allen verehrt. Jeder will ein Bild
mit dem prachtvollen Schauspiel.

 
 
Straßenimpressionen

Die Geisha von heute trägt Handy!


Sonntag Nachmittag bei der Tempelbesichtigung:
Plötzlich steht man mitten in einer Affenshow. Die Armen!
Es war wie ein schlimmer Unfall - ich konnte nicht weiter...


Die japanische Kirschblüte (jap. , sakura) ist eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Sie steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. Die Zeit der Kirschblüte markiert einen Höhepunkt im japanischen Kalender und den Anfang des Frühlings. Die Kirschblüte ist in Japan auch ein Symbol für die weibliche Schönheit.

Informationszentrum des Shinjuku-Gyoen-Parks. Die Dame
hat sich brav ihr Lieblingsbäume auf der Karte markiert.
An der Wand wird  Blütenbeginn und Sorte präsentiert.

Die Kirschblüte ist auch die offizielle Pflanze von Tokio.
50 Prozent aller Bäume im Park sind Kirschblütenbäume!


Zur Kirschblüte bleibt keiner daheim.




 
Fällt ein Blütenblatt in das Sake-Glas, so bringt das Glück.

 
In dem Park gibt es 65 verschiedene Kirschblütenarten!



Klara im Kirschblütenglück :)

 

Samstag, 4. April 2015

Frohe Ostern aus Kuala Lumpur

Liebe Blogfreunde,
 
meine Zeit in Vietnam ist bereits abgelaufen. In den letzten drei Wochen habe ich eine Menge gesehen und erlebt. Da sich einige beschwert haben, ich würde diesmal so wenig schreiben diesmal ein etwas ausführlicherer Bericht...
Vietnam ist ein wirklich vielfältiges Land, im Norden herrscht tropisches Wechselklima im Süden ist es einfach nur tropisch, dahinter das Hochland. Leider ist hier das Reisen  noch nicht optimal (touristisch) ausgebaut. Als Rucksacktourist bekommt man sehr einfach ein sogenanntes "Open-Bus-Ticket". Mit diesem kann man 5 - 7 verschiedene Städte entlang der Küste unkompliziert bereisen. Die komplette Strecke gibt es für schlappe 35 $. Einerseits ist das natürlich eine prima Geschichte, wenn man jedoch fernab dieser  Route selbst etwas machen möchte, wird es schon schwieriger und meist auch teurer. Gerne kaufen sich Langzeitreisende Motorräder für 200  $ bis 300 $, dass ist eine super Variante, für den der so eine Maschine fahren kann. Meine erste Zeit habe ich somit auf den üblichen Touristenpfaden verbracht, war davon aber irgendwann doch sehr gelangweilt. Man fließt immer mit dem Strom und vor allem bekommt man immer nur touristisch aufbereitete Winkel zu sehen. Organisatorisch ist es schwierig davon getrennt zu reisen. Zum einen wird es durch die Sprachbarriere schwierig und zum anderen hat man auch nicht immer das Gefühl überall willkommen zu sein.
Bereits in Laos haben Julia und ich es erlebt, als wir z. B. in einem einheimischen Restaurant essen wollten, es für uns keinen Tisch gab bzw. wurde uns der Zutritt mit dem Wort "Full" verwehrt. In Vietnam hatte ich das Gefühl, will man die Touris kontrolliert in einem Strom halten, eventuell auch von bestimmten Reisebüros gelenkt, die in einer Kette entlang des Stromes ihr Geld verdienen. Der andere Grund ist natürlich und das wird zu oft vergessen, dass bis vor nicht all zu langer Zeit hier vieles noch verstaatlicht war. So gab es z. B. die staatliche Auflage, dass Touristen in einem Hotel oder für den Zug immer das vierfache gegenüber des lokalen Preises zahlen müssen. Viele Einheimische haben diese verstaatlichte Sitte natürlich gerne übernommen...
Mein Eindruck vom vietnamesischen Gemüt war durchwachsen. Grundsätzlich fand ich die Menschen im Süden freundlicher als im Norden. Geschichtlich gesehen wurden beide Teile bereits seit der Kolonialisierung ab dem 16./17. Jahrhundert getrennt. Ich kann nicht behaupten, dass alle Menschen immer freundlich waren. Das vermeidlich "asiatisch freundliche Gemüt" kann man keinesfalls verallgemeinern. Wobei ich auch hier die Problematik sehe, dass ich meist in den Touristengegenden unterwegs war. Und dort gewinnt man leider oft den Eindruck, auf der eigenen Stirn steht "Geldautomat, bitte bedienen Sie sich!" geschrieben. Ständig will jemand einem etwas aufdrehn. Egal wo man ist, was man macht, man wird ständig belästigt. Das trübt die Reisefreuden...
Zu den guten Seiten: Meine letzten Tage in Ho-Chi-Minh-City (kurz HCMC oder Sai Gon genannt) waren durchweg positiv. Ich habe dort ein sehr nettes Hostel gefunden, die Angestellten dort waren äußerst freundlich und herzlich. Angereist bin ich wegen dem Konzert von "Raggabund", die zum Deutschlandfest vom Götheinstitut eingeladen wurden. Das war ein wirklich toller Abend. Ein Konzert fernab der Heimat unter lauter Vietnamesen und endlich war ich mal nicht nur Touri, sondern die Menschen waren echt freundlich und haben einen gleichwertig behandelt. Nicht unweit von Saigon befinden sich die Tunnel von Củ Chi. Das war wirklich ein spannender Ausflug. Bereits im Zweiten Weltkrieg wurde hier ein unterirdisches Tunnelsystem angelegt, als Versteck für Waffen, Essen und natürlich Menschen. Im Vietnamkrieg wurde dieses Tunnelsystem auf eine Gesamtlänge von 200 Kilometern und drei Ebenen ausgebaut! Wenn man nicht mal dort war und das gesehen hat, kann man sich das echt nicht vorstellen. Unser Guide durch die Anlage war ein echter Kriegsveteran. Er hat mit jungen Jahren den ganzen Wahnsinn miterlebt und war ein absoluter Geschichtenerzähler, natürlich war er sehr patriotisch bei seinen Ausführungen. Aber mal im Ernst: Ich hatte mich bis jetzt noch nie tiefergehend mit dem Vietnamkrieg beschäftigt. Auch war ich mir über die unfassbaren Ausmaße nicht bewusst. Und wenn man überlegt ist das alles leider auch noch gar nicht lange her. In Saigon gibt es ein sehr gut gemachtes Kriegsmuseum, das einen Besuch wert ist. Jedoch sollte man starke Nerven mitbringen, denn die Bilder und Fakten die man dort zu sehen bekommt sind wirklich nichts für sensible Gemüter! Mit diesen Informationen im Hinterkopf kann man etwas verstehen, warum das vietnamesische Gemüt doch oft sehr ernst drein schaut bzw. gewinnt man dann auf vieles einen neuen Blick.
Letzte Station in Vietnam war das Mekong-Delta, auf das ich mich sehr gefreut habe. Ursprünglich wollte ich es auf eigene Faust bereisen. Mein Reiseführer hat empfohlen, sich einer Tour anzuschließen, von der man sich dann abseilen kann. Dieser Rat war optimal. Der Nachteil einer Pauschaltour ist offensichtlich: Zusammen mit einer riesen Masse an Menschen wurden wir von A nach B gekarrt, man wusste nie so recht wo man genau ist, hat selbst nichts in der Hand und wird komplett fremdbestimmt. Für zwei Tage war das schon mal in Ordnung. Am zweiten Tag ist die Reisegruppe zurück und ich bin geblieben. Mit einem lokalen Bus bin ich ein paar Orte weiter gefahren, wurde jedoch nicht wie erwartet am Busbahnhof im Zentrum, sondern im Nirgendwo ausgesetzt. Alleine. Orientierungslos bin ich losgelaufen und war überzeugt, bald im Zentrum zu landen. Hat aber nicht wirklich geklappt. Als ich einen kleinen Fluß entlang gelaufen bin, hat ein alter Herr auf ein Haus gezeigt. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich hierbei um ein "Homestay-Haus" handelt und habe geklopft. Geöffnet hat ein freundlicher Australier, der meine Frage "Kann ich hier übernachten?" bejahte und die Frage nach den Kosten mit "Nichts" beantwortete. Hä? Wie? Nichts? Ich war so müde von der Reise und der Hitze das ich es erst mal gar nicht richtig verstanden habe, dass ich in einem Privathaushalt gelandet bin, hahaha. Der Herr, Gary, ist mit einer Vietnamesin verheiratet und wohnt dort. Er hat für seine Familie aus Australien ein Gästezimmer und in das wurde ich einquartiert. Toll, oder? Mein Gastgeber ist ein wirklich großartiger Mensch. Er hat mich zwei bis drei Stunden durch das saftige Grün des Mekongdeltas geführt und vieles erklärt. In Winkel in die man sonst nie kommen würde. Später bin ich mit seiner Frau auf dem Motorroller zum Einkaufen gefahren und wir haben zusammen gekocht. Abends saßen wir noch ewig auf der Veranda und haben Reisegeschichten ausgetauscht. Er selbst ist nämlich in den Siebzigern sechs Jahre durch die ganze Welt gereist. Aber wie heißt es so schön: Das Glück des Reisenden ist der Zufall. Am nächsten Tag wurde ich vom Schwager in die nächst größere Stadt gefahren, habe mir dort ein Fahrrad gemietet und damit eine der größeren Flussinseln erkundet. Auch das war ein durchweg positives Erlebnis: Die Menschen waren alle sehr freundlich, haben von Weitem freudig "Hello" gerufen. Immer wenn ich mich für eine Kokosnuss oder einen frisch gepressten Zuckerrohrsaft hingesetzt habe, wurde versucht ein Gespräch aufzubauen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel man ohne eine gemeinsame Sprache zu sprechen, einander sagen kann! Mit Händen und Füßen geht wirklich fast alles.
Nach den Tagen im Mekongdelta bin ich zurück nach Saigon. Auch hier wurde es kurz noch etwas abenteuerlich. Ich habe nämlich für den nächsten Tag einen Flug nach Kuala Lumpur gebucht. Leider kann die Bestätigungsmail nie bei mir an und ich hatte mir die Buchungsnummer nicht aufgeschrieben. Es war irgendwie unklar ob die Buchung nun geklappt hat oder nicht. Naja, um es kurz zu machen: Ich bin aktuell in KL (so nennen hier alle Kuala Lumpur) und genieße die wenigen Tage sehr. Mein erster Eindruck ist positiv. Es geht hier recht westlich zu, d. h. es ist modern, vor allem sprechen fast alle ein exzellentes Englisch was vieles erleichtert. Sehr spannend finde ich auch wie "multikulti" es hier zugeht, ich habe selten bis nie eine Stadt gesehen, in der so viele verschiedene Menschen verschiedenster Länder und Kulturen vereint waren.
 
Das hier ist jedoch nur ein Zwischenstopp, denn ihr wisst: Kirschblüte ich komme - am Dienstag geht's ab nach Japan!


Zum Frühstück gibt`s die traditionelle Suppe Phở
Das ist übrigens kein Beilagensalat, sondern 
Kräuter und Gemüse zum Würzen
Morgens, mittags, abends, nachts - Kokosnuss geht immer!

Noch mehr Musikkultur: Jazzabend im "Sax `n`Art

Kultur aus der Heimat: Konzert vom "Raggabund" in Saigon



Sonntag Nachmittag - auf dem Seitenarm des Mekong,
zusammen mit 100.000 anderen Touristen...


So sieht das dann ohne Menschenmassen aus

Früher gab es keine Straßen und alles hat sich am und auf
dem Fluß(-Seitenarmen) abgespielt - da ist es gut direkt am
Wasser zu wohnen
Einkauf auf den "Schwimmenden Märkten", Abgabe aber
nur in Kilo-Mengen

Der Wocheneinkauf per  Boot

Das angepriesene Produkt ist schon von Weitem zu erkennen:
Man beachte die Frucht an der Stange

Übrigens -  Das Schönheitsideal wird hier an der  Hauthelligkeit
gemessen: Um so heller um so attraktiver. Die Frauen tragen
deshalb oft  Mundschutz, Handschuhe und FlipFlopSocken um
sich keine "Farbe" einzufangen.


Kinderarbeit ist hier leider nicht unüblich


Warenauszeichnung:  Man hebt Produkt und  Geldschein
in die Luft



Das Glück der Reisenden ist der Zufall - mein Gastgeber Gary

 
Beherzt hat die Dame mit einen Zuckerrohrsaft gepresst und
sogar ein Stück Kokoskuchen geschenkt!

 
Kleiner Vorgeschmack auf die Kirschblüte :)
PS: Danke für die Ostergrüße, die Osterfriedenstaube