Sonntag, 1. April 2012

In, an und um die Copacabana...

...so, da wär ich wieder zurück in La Paz, morgen geht mein Flieger und irgendwie komm ich grad zu gar nix mehr. Die letzten Tage habe ich am und im Titicacasee verbracht, och war das schön. Nach den ganzen turbulenten Tagen in La Paz war mir wirklich nach etwas frischer Seeluft und Ruhe. Ich berichte euch heute einfach schnell ein wenig von meinem Ausflug dort hin, da mir wie immer keine Zeit für den versprochenen ausführlichen Rückblendenbericht bleibt...

Die Fahrt nach Copacabana barg einige Überraschungen. Zum einen durften wir mitten in der Fahrt separat zum Bus an ein Ufer übersetzen, zum anderen habe ich endlich mal wieder Argentinier getroffen, hach.

Passagiere und Fahrzeuge werden getrennt übergesetzt... da tut man gut
daran, wenn man sich erinnern kann, wie der Bus aussah, mit dem man
gekommen ist, haha...
Copacabana ist wirklich ein nettes kleines Dörfchen, das trotz dem ganzen touristischen Überlauf nicht an Charme verloren hat. Direkt am See gelegen mit direkter Anbindung nach "Isla del sol" - der Hauptgrund warum alle Gringos hierher strömen. Isla del Sol ist nämlich der Legende nach der Ort, an dem die Inka erschaffen worden sein sollen und der Mythologie zufolge der Geburtsort der Sonne. Jetzt wisst ihr es ganz genau. 

Das mit der Sonne ist immer so eine Sache. Bis jetzt hatten wir ja immer Glück. So verbrachten wir wirklich sonnige Tage in Copacabana, nur alle Inselrückkehrer haben von Regen auf der Sonneninsel berichtet... da hilft nur eins: Selber nachkucken, ob das stimmt...

Am Abend am Minihafen in "Copa", sieht doch nett aus, oder?
Den ersten Abend nach unserer Ankunft haben wir mit zwei netten Argentiniern verbracht. Hach, so ein Seeflirt ist doch immer recht. Irgendwie vergesse ich leider immer wieder, wie alt ich doch bin und langsam werde ich der Frage nach Zahlen, Daten, Fakten auch müde. Als ich erklärt habe, ich könnte Lillys Mutter sein, hat man wohl verstanden, ich WÄRE es und mein junger argentinischer Flirt ist wirklich fast vom Stuhl gefallen. Das war eine tragisch komische Situation, die Lilly gerettet hat in dem sie einfach behauptet hat, dass das nie und nimmer möglich wäre. Ich sags euch, ab heute bin ich 28 oder so und bleibe es für immer... hmpf.

Nachmittägliche Siesta, die Schuhe waren noch von der Death Road naß...

Copacabana von oben, gut wenn man ne Taschenlampe einstecken hat...

Überfahrt nach "Isla de la Luna"... durch sämtliche Wetterlagen

 

Nach einem Ausflug nach Isla de la Luna ging es weiter zur Nachbarinsel
Mit Sack und Pack sind wir auf die Insel angereist. Da hab ich erst mal blöd gekuckt, denn die war nicht flach, sondern ein steiler Hang inklusive Inkatreppe hat uns erwartet. Uhi uhi, ich sags euch, da musste ich meine Sachen echt mal schleppen, puh. Zum Glück war schnell eine Herberge mit direktem Seeblick gefunden und so sind Lilly und ich auf eine kleine sonnige (!) Erkundungstour losgelaufen.

Die Insel ist wirklich traumhaft. So viel Ruhe und Frieden habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Man war sofort verzaubert.
Sieht doch aus wie im Märchenland, oder?

Hier sind wir auf ein Mittagessen eingekehrt
Unsere Herbergsmama war echt witzig und auch irgendwie nervig. Wahrscheinlich wir man so abgeschnitten von der Welt einfach seltsam. Neugierig war sie auch. Für ein Schwätzchen hatte sie immer Zeit und wollte alles wissen. Wir kamen uns schon wie die "Bunte" vor. Und geschäftstüchtig war sie. Wollte uns immer ein Essen verkaufen, am besten zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Man hatte kaum die Chance es abzulehen, da sie es nicht als Angebot formulierte sondern quasi als Pflicht... wie kleine Kinder hatten wir ein schlechtes Gewissen und Angst, als wir wo anders aßen, sie könnte uns erwischen. Ja, die Bolivianerinnen wissen schon, wie man es macht  ;)
Und eigentlich wollte ich zusammen mit diesem Lama ein Foto machen,
aber irgendwie hatte ich das Gefühl, das Lama keine Lust dazu ;)
In der Nacht hatte es wie aus Eimern geregnet, so ein Unwetter habe ich schon lange nicht mehr gehört. Am Morgen jedoch ist die Sonne wieder herausgekrochen und hat uns den Tag über begleitet. Lilly und ich sind zum anderen Inselende aufgebrochen, dort wo die ganzen Inkaschätze zu finden sind... Unsere Herbergsmutti wollte uns noch ein Boot andrehen, dass uns dort hin schippern sollte, da der Weg hin und zurück ja doch weit sei. Trotz kurzer Überlegung winkten wir ab und waren überzeugt, dass es nicht weit sein könne...
Von der Landschaft bzw. dem Seeblick konnte ich mich nicht satt sehen

Obwohl die Leute Wäscheleinen haben, legen sie die Kleider nur aus...

Oben auf m "Mirador"
So sind wir also die Stecke tapfer gelaufen. Gut 20 - 25 km, auf luftigen 4.000 Metern. Ständig bergauf und bergab. Ich sags euch... Das war die wahrscheinlich körperlich anstrengendste Tour meines Lebens!!! Lilly und ich dachten zwischendurch echt, wir kommen vor Einbruch der Dunkelheit nimmer heim. Und gekeucht haben wir... es war einfach nur schrecklich schön. Eins weis ich nun gewiss: So einen 6.000er brauch ich net besteigen, weil in der Höhenluft ist das einfach nur Selbstmord. Ich hatte ständig nur die Bilder vom Reinhold Messner im Kopf, wie er mit dem Beatumungsgerät auf m Berg steht. Das hätte ich auch gern gehabt. Und der weg schien einfach nicht zu Enden. Nach jedem Berg kam noch ein Berg. Glückgefühle kamen am Ende kurz auf, waren aber nur von kurzer Dauer, da wir ja zurückeilen mussten! Solltet ihr jemals auf der Insel sein: Nehmt ein Boot oder mehr Zeit mit...

Das ist der berühmte Ritualtisch der Inka
 So, ich muss an der Stelle leider abbrechen, weil die Zeit sitz mir im Nacken, ich bin viel zu spät dran und überhaupt. Hoffe ihr bliebt mir treu und schreibt mir gelegentlich eine Mail. Freue mich wirklich immer über eine jede Zeile. Wünsche euch schon mal frohe Ostern. Melde mich vor nächster Woche wahrscheinlich nimmer, bin ja im Amazonas-Dschungel bei den Malaria-Moskitos und "Pinken Delfinen"...

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